Anwendung zur Auslegung von Mulden und Versickerungsflächen
Der Auslegungskalkulator für Mulden und Versickerungsflächen wurde von den Experten der Firma RetencjaPL entwickelt. Das Tool basiert auf den Richtlinien der ATV-A138 (2005) und dient der schnellen und präzisen Unterstützung bei der Planung von versickerungsbasierten Regenwasserbewirtschaftungssystemen.
Seine Hauptfunktion besteht in der Ermittlung der erforderlichen Fläche sowie der Auslegungsparameter von Mulden und Versickerungsflächen, die eine wirksame Ableitung von Niederschlagswasser in den Untergrund ermöglichen. Bei Mulden wird zusätzlich eine temporäre Retention des Regenwassers berücksichtigt. Diese Lösungen unterstützen den natürlichen Wasserkreislauf, reduzieren den Abfluss von Niederschlagswasser in die Regenwasserkanalisation und verringern das Risiko einer Überlastung von Entwässerungssystemen.
Versickerungsflächen erfüllen ausschließlich eine Versickerungsfunktion und stellen die naturnächste Form der Regenwasserbewirtschaftung dar. In der Regel handelt es sich um durchlässige, begrünte Flächen in unmittelbarer Nähe versiegelter Bereiche, wie Verkehrsflächen (Straßen, Wege), Plätze, Parkflächen, Terrassen oder Innenhöfe.
Mulden sind flache, entsprechend profilierte Geländesenken, die die Versickerung von Niederschlagswasser in den Untergrund ermöglichen und gleichzeitig eine temporäre oberflächliche Retention gewährleisten. Die maximale Einstautiefe beträgt dabei 30 cm.
Der Kalkulator ermöglicht die Auslegung der Anlage anhand zentraler Planungsparameter, darunter: die reduzierte Fläche Fz [m²], der Risikofaktor, das Niederschlagsmodell, die Regendauer [min], die Niederschlagswahrscheinlichkeit [%], die verfügbare Versickerungsfläche [m²] sowie der Durchlässigkeitsbeiwert des Bodens kf [m/s].
Wie wählt man Mulden und Versickerungsflächen aus?
Sehen Sie sich das Video an, das die Nutzung des Tools Schritt für Schritt erklärt:
Korrekte Dimensionierung von Mulden und Versickerungsflächen
Wie werden Mulden und Versickerungsflächen richtig ausgelegt?
Für die Durchführung der Berechnungen werden folgende Eingabedaten benötigt:
- Risikofaktor
- Wiederkehrhäufigkeit des Bemessungsregens
- Reduzierte Fläche
- Angenommene Fließzeit im Kanal [5–30 min]
- Verfügbare Versickerungsfläche
- Versickerungsbeiwert des Bodens (kf-Wert)
Integrierter Fragenkatalog zur Plausibilitätsprüfung
Das Tool unterstützt den Planungsprozess durch eine Checkliste wichtiger standortbezogener sowie boden- und wassertechnischer Rahmenbedingungen (u. a. Grundwasserstand, Bodendurchlässigkeit, Abstände zu Gebäuden, Hangrutschungsrisiko oder das Vorhandensein von Bodenverunreinigungen).
Dadurch kann die Eignung einer Versickerungslösung schnell bewertet und potenzielle planerische Einschränkungen frühzeitig erkannt werden.
Ergebnisse der Auslegung von Mulden und Versickerungsflächen
Auf Grundlage der eingegebenen Daten berechnet der Kalkulator:
- das erforderliche Mindestvolumen auf Basis des Niederschlagsmodells PANDa,
- den gesamten Zufluss zur Mulde,
- den gesamten Abfluss aus der Mulde.
Darüber hinaus schlägt der Kalkulator geeignete Lösungen vor und ermöglicht die Einsicht in beispielhafte Referenzprojekte.
Hinweis: Der Kalkulator geht – ebenso wie die zugrunde liegenden Richtlinien – davon aus, dass der gesamte Bemessungsabfluss innerhalb der Mulde durch Versickerung in den Untergrund, unterstützt durch temporäre Retention, bewirtschaftet wird. In der Ingenieurpraxis sollte jedoch nicht vollständig auf dieses Konzept verzichtet werden, wenn die zur Verfügung stehende Fläche für eine Anlage nach diesen Vorgaben nicht ausreicht.
Mit diesem Kalkulator kann auch die Auslegung eines Retentions- und Versickerungsbeckens erfolgen. Ein solches Becken unterscheidet sich von einer Mulde vor allem durch eine zulässige Einstautiefe von mehr als 0,3 m. In diesen Fällen sollten – abhängig vom Standort und der maximalen Einstautiefe – zusätzliche Sicherheitsaspekte für die Umgebung berücksichtigt werden.
Eine weitere praktische Anwendung des Kalkulators besteht darin, zu überprüfen, welche Niederschlagswassermenge von einer Mulde aufgenommen werden kann, die die gesamte verfügbare Fläche nutzt. Anschließend kann die Anlage mit einem Notüberlauf zur öffentlichen Regenwasserkanalisation (sofern vorhanden) oder mit einer Ableitung des überschüssigen Wassers an einen anderen geeigneten Ort ausgestattet werden.